FAQ - Häufig gestellte Fragen
Ich wurde mit Cannabis erwischt. Was kann mir jetzt passieren?
Lesen Sie unsere Rechtsinfos durch. Sollten Sie dann konkrete Fragen haben, können Sie uns oder im Forum fragen. Wir können jedoch keine verbindliche Rechtsauskunft geben, wir sind keine Juristen. Im Bereich des Suchtmittelgesetzes, aber gerade auch beim Führerscheinrecht sind oft kleine Details entscheidend und sehr viele Möglichkeiten vorhanden. Zwei Fälle können auch wenn sie ident erscheinen, unterschiedliche Folgen haben, oft hat der Staatsanwalt oder der Amtsarzt sehr viel Spielraum. Wir empfehlen Ihnen daher, sich an eine Drogenberatungsstelle, die kompetente Rechtsinformation bieten kann oder einen mit dem SMG vertrauten Anwalt zu wenden.
Auf eurer Site steht einmal, dass 2% der Cannabiskonsumenten abhängig werden, ein anderes Mal aber 8%. Was stimmt jetzt?
Beide Zahlen sind richtig, es ist jedoch so, dass die gleichzeitige Verwendung verwirrend sein kann. Beide Zahlen stammen aus der Kleiberstudie, dort heißt es:
"Eine Abhängigkeit vom Typ Cannabis entsprechend der Klassifikation des DSM-IV ließ sich bei 2% derjenigen aktuellen Konsumenten feststellen, die bislang ausschließlich Cannabisprodukte und nicht auch andere 'harte' Drogen konsumiert hatten. Die Abhängigkeitsraten steigen jedoch bei parallelem, insbesondere aktuellem, Beikonsum anderer illegaler Substanzen auf bis zu 20% und lagen in der untersuchten Gesamtgruppe bei 8%."Das heißt also: Bei der Gruppe von Konsumenten die nur Cannabis konsumieren, sonst aber keine Drogen liegt die Abhängigkeitsrate bei lediglich 2%. Bei den Cannabiskonsumenten die gleichzeitig andere, illegale Substanzen konsumieren steigt es bis auf 20%. In der Gesamtgruppe liegt die Rate bei 8%. Auf dem ersten Flugblatt haben wir die 2% angegeben, also die Abhängigkeitsrate für die “Nur-Cannabiskonsumenten” verwendet. Beim zweiten Flugblatt haben wir die 8% für alle Cannabiskonsumenten verwendet, weil das unserer Meinung nach ehrlicher ist.
Falls Sie irgendwo eine Angabe von 9% finden, wurde höchstwahrscheinlich die IOM-Studie verwendet. Diese umfangreiche amerikanische Studie hat das Suchtpotential der meistkonsumierten Drogen verglichen. Ein Ergebnis war, dass von 46% die Cannabis mindestens einmal konsumiert hatten, 9% abhängig wurden.
Warum habt ihr keine Anbautipps, Rezepte oder Konsumanleitungen auf eurer Homepage?
Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen, das ist der Hauptgrund, treten wir für Abschaffung des Cannabisverbots ein. Wir wollen nicht den (illegalen) Anbau von Hanf zur Cannabisgewinnung oder den Cannabiskonsum fördern. Wir befürworten zwar die Schadensminimierung und damit die Information über die am wenigsten gesundheitsschädlichen Konsumformen bei Cannabis, halten es jedoch nicht für notwendig, einen Teil unserer Site diesem Thema zu widmen. Hier kommen wir nämlich zum zweiten Grund: Das gibt es schon. Wir können dazu das Cannabis-Archiv und die Hanfburg empfehlen.
Warum habt ihr keine Informationen über andere Drogen?
Wir sind (siehe Statuten) ein Verein der sich für die Legalisierung von Cannabis einsetzt. Wir haben uns zur Gründung des Vereins entschlossen, weil wir in diesem Bereich dringend Handlungsbedarf sahen. Natürlich kann man das Thema Cannabis nicht isoliert sehen und das tun wir auch nicht. Wir sehen unsere Arbeit für die Cannabislegalisierung im Kontext einer schadensminimierenden Drogenpolitik und arbeiten auch gerne mit Vereinen und Initiativen zusammen, die sich dafür einsetzen. Ein Verein der auch im Internet vertreten ist, ist der noch recht junge Verein für Drogenpolitik in Deutschland. Links zu Sites mit umfangreichen Informationen zu den verschiedensten Drogen finden Sie in unserer Linkliste.
Wann wird Cannabis bei uns legalisiert? Wie stehen die Chancen dafür, bis wann ist eine Legalisierung realistisch?
In naher Zukunft ist die Chance Cannabis in Österreich zu legalisieren sicherlich sehr gering und unter der blau-schwarzen Regierung ist es ausgeschlossen. Aber auch die Haltung der SPÖ ist derzeit eher gegen eine Legalisierung, was heißt, dass sich auch bei einem Regierungswechsel wahrscheinlich nicht viel tun würde. Warum ist das so? Unserer Meinung liegt es vor allem an der fehlenden Aufklärung der österreichischen Bevölkerung:
Nach einer OGM Umfrage im Auftrag von Profil sind 78% der Österreicher gegen eine Legalisierung von weichen Drogen. Auch die Mehrheit der Grün-Wähler ist gegen eine Freigabe. Angesichts dessen, dass viele Österreicher immer noch denken, dass eine Legalisierung zu einem Anstieg des Konsums und Vergrößerung der Zahl der “Süchtigen” führen würde ist das leider nicht verwunderlich. Nur wenige wissen um die Vorteile einer Legalisierung was Prävention (Glaubwürdigkeit!), Alters- und Qualitätskontrollen sowie Trennung der Märkte harter und weicher Drogen anbelangt. Anderen Umfragen zufolge, glauben noch bis zu 40% der Österreicher, dass Haschisch gleich gefährlich sei wie Heroin. Es ist nur logisch, dass keine Partei sich wirklich hinter eine Legalisierung stellen wird, solange die Bevölkerung derart uninformiert ist. Viel zu leicht wäre es für die Opposition das auszunützen.
Es gibt aber Hoffnung: Der Trend in Europa ist klar hin zu einer Entkriminalisierung (Schweiz, Belgien, England etc.), wenn auch langsam und in kleinen Schritten. Immer öfter tauchen Berichte in Zeitungen und Fernsehmagazine auf, welche positiv über solche Entkriminalisierungsmaßnahmen informieren. Früher oder später wird das auch ins kollektive Bewusstsein der Österreicher durchsickern. Zusätzlich versuchen wir aufzuklären, unseriöse Studien aufzudecken und mit Flugblättern, Flyern, Veranstaltungen auf die positiven Seiten einer Legalisierung aufmerksam zu machen.
Wie sieht es mit einem Volksentscheid zur Legalisierung aus?
Nur der österreichische Nationalrat kann Cannabis legalisieren. Eine Cannabislegalisierung ist daher ohne einen Dialog von uns Wählern mit den politischen Parteien nicht zu erreichen. Oft wird von Befürwortern einer Reform ein Volksbegehren vorgeschlagen. Wir halten das derzeit nicht für sinnvoll:
Ein Großteil der Bevölkerung ist nicht oder falsch über Cannabis informiert. Es ist ebenfalls eine Mehrheit der Österreicher gegen eine Legalisierung bzw. Entkriminalisierung. Ein Volksbegehren zur Legalisierung von Cannabis wäre daher nicht besonders erfolgreich. Auch das Erreichen der 100.000 Unterschriften-Hürde bei einem Volksbegehren sichert keine Änderung sondern nur die Behandlung im Nationalrat, bei der jetzigen Regierung aber auch bei der SPÖ eindeutig zum Scheitern verurteilt. Und nicht zuletzt wäre das Thema nach einem Volksbegehren wahrscheinlich für einige Zeit vom Tisch, zumindest für die Regierung.
Als Alternative sehen wir die Information möglichst vieler Menschen über Cannabis und die Vorteile einer Cannabislegalisierung. Und auch die Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative Cannabis, die wir unterstützen und womit gezeigt werden soll, wieviele Personen mit ihrer Unterschrift für die Cannabislegalisierung eintreten.
Könnt ihr mir mit Quellen/Kontakte zur wirtschaftlichen Verwendung von Hanf weiterhelfen?
Uns fehlen leider die Kontakte zur hanfverarbeitenden Industrie. Wir können daher bei Anfragen zu Adressen von Betrieben, die Anbieter oder Abnehmer von Textilien, Möbeln, Lebensmitteln und anderen Produkten mit Hanf sind, kaum weiterhelfen. Wir empfehlen direkt bei Hanfbauern oder Hanfshops anzufragen und würden uns über eine Rückmeldung oder Information freuen.
“Kiffen” im Ausland: Wo ist es erlaubt? Wie genau wird kontrolliert, wie hoch sind die Strafen?
Cannabiskonsum ist in keinem Staat wirklich legalisiert. Die Niederlande toleriert seit 1976 Besitz, Anbau und Handel (Coffeeshops) für den Eigengebrauch. In einigen anderen Staaten (Belgien, Portugal, ...) ist Cannabis entkriminalisiert, Gesetzesänderungen in den kommenden Jahren (2003/2004 in der Schweiz, ev. Großbritannien) sind wahrscheinlich. In den restlichen Staaten ist der Besitz und/oder Konsum von Cannabis verboten, die Strafen sind jedoch sehr unterschiedlich. Besonders streng sind die Gesetze in Frankreich, Griechenland, den USA und den meisten Staaten in Asien, dem Nahen Osten und Nordafrika (Tunesien, Ägypten,...). Weitere Informationen finden Sie auf unserer Site und auf diversen Websites (Foren von kiffer.net und hanfburg.de, usw.).
Drogentests, Nachweisbarkeit
Über die rechtliche Situation bei Drogentests informiert Sie unsere Rubrik Hanf & Recht, allgemeine Informationen zu Drogentests und die Nachweisbarkeit von Cannabis finden Sie bei den Cannabisinfos.